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Minister muss mehr Mittelstand wagen

Berlin, den 15. April 2019|VBI-Präsident Jörg Thiele zur „Nationalen Industriestrategie 2030“: „Eine echte Industriestrategie muss industrienahe Dienstleistungen mitdenken und darf sich nicht einseitig auf Konzerne konzentrieren.“

Der VBI begrüßt die Initiative des Bundeswirtschaftsministers, mit der „Nationalen Industriestrategie 2030“ die Bedeutung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ins öffentliche und politische Bewusstsein zu rücken. Als führende Berufsorganisation unabhängig beratender und planender Ingenieure in Deutschland ist der VBI bereit, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen.

„Der Fokus der Nationalen Industriestrategie ist allerdings zu einseitig auf Konzerne gerichtet“, erklärt VBI-Präsident Jörg Thiele. Die Bedeutung der industrienahen Dienstleister und mittelständischen Unternehmen werde dagegen von Minister Altmaier unterschätzt. Der industrielle Mittelstand sei aber weit mehr als nur Dienstleister. Er sei Treiber von Digitalisierung und Infrastrukturausbau. Seine Flexibilität und Innovationskraft machen es erst möglich, dass Deutschland in einer sich rapide verändernden Welt ernstzunehmender Wettbewerber bleibt.

„Aus unserer Sicht gilt es zuallererst, den Industriestandort Deutschland zu stärken“, so der VBI-Präsident. „Eine echte nationale Industriestrategie muss die industrienahen Dienstleistungen mitdenken und darf sich nicht einseitig auf Konzerne konzentrieren. Eine aktive Industrie- und Standortpolitik sollte wirksame Impulse für Innovationen und Investitionen sowie zukunftsorientierte, verlässliche Rahmenbedingungen für Industrie und Mittelstand schaffen. Dazu gehören etwa ein wettbewerbsfähiges Steuersystem sowie mehr Tempo im Bereich Wohnungsbau und bei der Errichtung und Instandhaltung von Infrastrukturbauwerken.“

Es sei zudem wichtig, weiter herauszuarbeiten, wie die Rahmenbedingungen für industrienahe Dienstleister, für Forschung und Entwicklung, für Aus- und Weiterbildung in Deutschland konkret verbessert werden können. Leider bleibe das Papier in Bezug auf diese Aspekte, die sicherlich die gesamte Bundesregierung angehen, zu vage.

Der VBI ist wirtschaftliche und berufspolitische Interessenvertretung von rund 2.000 Ingenieurunternehmen, die mit mehr als 40.000 Mitarbeitern als unabhängige Planer und Berater auf allen Gebieten der Bauwirtschaft und des technisch-wirtschaftlichen Consulting tätig sind.

Ihre Ansprechpartnerin
Ines Bronowski
Chefredakteurin Magazin Ingenium
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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