Mit dem Hinweisgeberschutzgesetz und dem Lieferkettengesetz sind aktuell neue Verpflichtungen entstanden, die auch Ingenieur- und Planungsunternehmen betreffen. Ein weiteres Thema für Unternehmer sind arbeitgeberfinanzierte Ausbildungskosten, etwa wenn Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Für diese aktuellen Fragestellungen hat VBI-Justiziarin RAin Sabine von Berchem Handreichungen und Checklisten speziell für Planungsunternehmen zusammengestellt, die hier zum Download bereitgestellt sind:
Am 6. Oktober 2023 lädt das Symposium Tragwerksplanung Vision und Konstruktion wieder in die Berliner Universität der Künste ein. Das Programm widmet sich auch in diesem Jahr der Herausforderung nachhaltiger Konstruktion. Dazu werden herausragende Projekte und Innovationen vorgestellt. Wie mit Lehm und Holz Gebäude konstruiert werden, die modernen Anforderungen genügen, wird ebenso diskutiert wie die Nachhaltigkeit von “CO2-freiem Beton”, der idealen Deckenkonstruktion oder der Rolle von Revitalisierungen im Bestand.
Das Symposium rückt die kreative Gestaltungskraft konstruktiver Ingenieurinnen und Ingenieure ins Rampenlicht. Zukunftsweisende Projekte und Lösungen, die die Grenzen des Machbaren verschieben, stehen auf dem Programm – aber auch strittige Fragen werden kontrovers diskutiert. Ob international renommierte Vortragende oder Newcomer – das Symposium bietet Gelegenheit Standunkte vorzustellen und mit einem interessierten Fachpublikum zu diskutieren.
Vision und Konstruktion hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Branchentreffen entwickelt, das konstruktiv Interessierte aus Architektur und Bauingenieurwesen anzieht. Auf dem Symposium informieren sich darüber hinaus Studierende beider Disziplinen, die für einen radikal reduzierten Preis teilnehmen. Die Veranstaltung klingt mit einem Get together aus, bei dem die gewonnenen Eindrücke ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden können.
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Global Gateway ist eine Initiative der Europäischen Union, die von der Europäischen Kommission und dem Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik am 1. Dezember 2021 vorgestellt wurde. Ziel ist es, zwischen 2021 und 2027 eine Summe von bis zu 300 Milliarden Euro in den Bereichen Digitales, Energie und Verkehr zu investieren sowie Gesundheits-, Bildungs- und Forschungssysteme in Schwellen- und Entwicklungsländern sowie weltweit zu stärken. Geplant sind unter anderem eine neue Unterwasserkabelverbindung zum Datentransport zwischen der EU und Lateinamerika und der Einsatz von grünem Wasserstoff. Auch Bahnlinien und Internetverbindungen sind geplant.
Die aktuelle Gehaltsumfrage unter Ingenieurinnen und Ingenieuren in Deutschland lässt aufhorchen: Die Ingenieurgehälter steigen aufgrund des eklatanten Fachkräftemangels erneut an und wieder sind es die Planungsunternehmen, die ihren Mitarbeitenden nur Gehälter anbieten können, die weit unter den Verdienstmöglichkeiten in den konkurrierenden Branchen liegen.
Einzig Fach- und Projektingenieure im Baugewerbe verdienen im Median etwas weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in Ingenieur- und Planungsbüros. Die Umfrage, die der Verein Deutscher Ingenieure VDI regelmäßig durchführt, liefert verlässliche Daten aus der Praxis. Die neueste Umfrage mit über 5.600 Beteiligten bestätigt einen Trend, der schon lange zu beobachten ist und von der aktuellen VBI-Branchenanalyse 2023 untermauert wird: Trotz hoher Nachfrage nach Ingenieurleistungen in der Bauplanung und -überwachung stagnieren die Honorarumsätze der Planungsbüros. Das ist umso unerklärlicher als Ingenieurleistungen für die Bewältigung des Sanierungsstaus in der Infrastruktur, der ambitionierten Ziele der Bunderegierung im Wohnungsbau und für die Umsetzung der Energiewende in hohem Maße benötigt werden. Planungsleistungen sind die Voraussetzung, um Investitionen aus privater wie öffentlicher Hand in konkrete Projekte umsetzen zu können.
Dabei wächst der Mangel an Fachkräften im Ingenieurwesen weiter, wie der aktuelle Ingenieurmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft und VDI aus dem ersten Quartal 2023 zeigt. 456 offene Stellen kommen auf 100 Arbeitssuchende in Ingenieur- und Informatikberufen. Die größten Engpässe bestehen bei den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik, gefolgt von den Bereichen Bau, Vermessung, Gebäudetechnik, Architektur.
Ingenieur- und Planungsbüros melden derzeit 11.324 unbesetzte Stellen an die Bundesagentur für Arbeit. Wie die VDI-Gehaltsumfrage erneut dokumentiert, stehen sie dabei an letzter Stelle in der harten Konkurrenz mit Arbeitgebern wie der öffentlichen Hand, Energieversorgern oder der Industrie. Deshalb appelliert der VBI an die Politik, die Honorare für Planungsleistungen endlich den Marktgegebenheiten anzupassen und Ingenieurleistungen angemessen zu entlohnen. Der VBI erneuert seine Forderung nach einem signifikanten Sofortzuschlag, bis die Novellierung der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) in Kraft tritt.
Mit der Novellierung muss die Honorarordnung erheblich angehoben werden, um die Branche weiter wettbewerbsfähig zu halten. Hierzu hat der Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung AHO unter Mitwirkung des VBI konkrete Vorschläge an den Gesetzgeber gemacht. Vor dem Hintergrund einer sich weiter eintrübenden Konjunktur muss jetzt gehandelt werden, fordert VBI-Präsident Jörg Thiele:
„Pauschale Vergütungen von Planungsleistungen, die überwiegend noch deutlich unter den Sätzen der HOAI liegen, werden weder der Marktsituation noch der Komplexität von Planungsaufgaben gerecht. Eine angemessene Honorierung für qualitätsvolle Planungsleistungen ist notwendig, um Mitarbeitende in Planungsbüros marktgerecht zu entlohnen und ist damit ein entscheidender Faktor für die Fachkräftesicherung in den Planungsunternehmen.“
Zusammenfassung der VDI-Umfrage mit Link zum Ingenieurmonitor 2023/I
Für zahlreiche Planungsleistungen gibt es in den Regelungen der HOAI keine Honorarempfehlungen. Diese Leistungen werden oftmals nach Aufwand auf Grundlage von Stundensätzen vergütet. Einige Bundesländer geben für die Höhe dieser Stundensätze Empfehlungen. Der VBI hat die aktuellen Empfehlungen aus den Ländern, soweit vorhanden, zusammengetragen und in einer übersichtlichen Tabelle zur Verfügung gestellt.
Neben dieser Übersicht steht als einfach handhabbares Werkzeug zur Ermittlung der erforderlichen Stundensätze auch der Stundensatzrechner des AHO zur Verfügung www.aho.de. Das praktische Tool basiert auf den Ergebnissen der jährlichen Umfrage zur „Wirtschaftlichen Lage der Ingenieure und Architekten“, die der AHO gemeinsam mit dem VBI und der Bundesingenieurkammer erhebt. Die Durchführung und Auswertung der Umfrageergebnisse erfolgt durch das Institut für Freie Berufe IFB.
Die inzwischen bereits 27. Konferenz findet am 13. Oktober wieder an ihrem angestammten Platz im Hotel Thermal in Karlovy Vary (Karlsbad) in Tschechien statt, nachdem zuletzt ins benachbarte Cheb (Eger) ausgewichen werden musste. Dazu haben die Veranstalter die Konferenz vom Sommer in den Herbst verlegt, damit das Event nicht länger mit dem Karlsbader Film Festival kollidiert. Wieder sind die Delegationen und Vortragenden aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, der Slowakei u.a. eingeladen, sich über urbane Ingenieurleistungen auszutauschen; in diesem Jahr wird es um das drängende Thema Wasser in Zeiten des Klimawandels gehen. Wasser als kühlendes Element, Klimainseln und Schwammstadt aber auch der Schutz vor Hochwasser und Starkregenereignissen wird die Teilnehmenden beschäftigen. In Karlsbad immer mit dabei: Studierende und bautechnisch ausgebildete Nachwuchskräfte, die für Ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet werden und sich bei den internationalen Vorträgen Anregungen holen.
Der VBI ist regelmäßig im Programm und vor Ort vertreten; in diesem Jahr mit einem Beitrag von Dr. Michael Probst, Björnsen Beratende Ingenieure, Speyer, zum Thema “Innerstädtische Klimainseln”.
Die Teilnahmegebühr beträgt 84 Euro inkl.
Am 17. Juli 2023 startet das ESF Plus-Programm KOMPASS – Kompakte Hilfe für Soloselbstständige. Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Europäischer Union soll KOMPASS künftig mit einer niedrigschwelligen Finanzierung individuelle Weiterbildung und Qualifizierung von Soloselbstständigen unterstützen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil betonte auf der Kickoff-Veranstaltung am 12. Juli in Berlin, mit der Förderung wolle man den Soloselbstständigen Sicherheit geben und sie entsprechend ausrüsten, um auch betriebswirtschaftlich schwierige Zeiten zu überstehen. Das Programm hatte das Bundesministerium gemeinsam mit dem BFB, der Deutschen Industrie- und Handelskammer und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks konzipiert.
Das Programm richtet sich an Soloselbstständige, die seit mindestens zwei Jahren am Markt tätig sind, maximal ein Vollzeitäquivalent an Mitarbeitenden beschäftigen und ihre Selbstständigkeit im Haupterwerb betreiben. Gefördert werden Qualifizierungen mit einer Mindestdauer von 20 Stunden. Der maximale Betrag für eine Förderung beträgt 4.500 Euro. Eine Förderung ist einmal innerhalb von zwölf Monaten möglich und muss innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden. Interessierte könnten sich an eine der bundesweit tätigen KOMPASS-Anlaufstellen, zu denen auch das Institut für Freie Berufe (IFB) gehört, wenden und in einem kostenlosen Erstgespräch zu für sie passenden Qualifizierungen beraten lassen.
Mit Unterstützung des RKW Kompetenzzentrums, RG-Bau, hat der VBI eine Analyse der Planungsbranche auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Daten durchgeführt. Im Ergebnis konnten belastbare Daten zusammengetragen werden, die Aussagen über die derzeitige Situation der Branche erlauben. Damit ist nicht nur ein interessanter Überblick zur Marktsituation für die Planungsbranche entstanden, sondern auch die Argumentation gestärkt worden, um bei politisch Entscheidenden und gegenüber Auftraggebenden wirksam für die Belange der Ingenieurunternehmen einzutreten.
Die Analyse lässt ein Ungleichgewicht zwischen Auftragslage einerseits und Umsatz- und Gehaltsentwicklung andererseits erkennen. Während die Auftragslage in der Planung stark anwächst, entwickeln sich die Umsätze der Planungsbüros kaum. Demzufolge bleiben die Gehaltsentwicklungen ebenfalls auf niedrigem Niveau. Dies erzeugt eine Lage, in der die Planungsbüros als Arbeitgeber für die geringe Anzahl an verfügbaren Fachkräften weiter an Attraktivität verlieren. In einer Situation fortschreitenden Fachkräftemangels konkurrieren Planungsunternehmen gegen finanzstärkere Auftraggeber und die Bauindustrie.
Die steigende Nachfrage nach Planungsleistungen und der Fachkräfteengpass an Bauplanenden erfordern ein Umdenken in den Planungsbüros selbst. Die Ingenieurunternehmen müssen sich ihrer starken Stellung im Markt bewusster werden und diese Marktstellung bei Honorarverhandlungen konsequenter nutzen.
Die Situation begünstigt den Trend zur Konzentration in der Planungsbranche: Einer weiterhin stabilen bis ansteigenden Nachfrage nach Planungsleistungen steht eine sinkende Anzahl von Unternehmen gegenüber, die diese Leistungen anbieten. Auftraggebende erhalten dadurch weniger Angebote auf ihre ausgeschriebenen Projekte.
VBI-Präsident Jörg Thiele appelliert an die Planerinnen und Planer, diese Marktlage bewusst zu nutzen: „Die aktuelle Konstellation begünstigt einen Honoraranstieg und sollte die Bietenden dazu ermutigen, ein selbstbewusstes Prinzip zu verfolgen: qualitativ hochwertige Ingenieurleistungen nur im Gegenzug für angemessene Honorierungen anzubieten. Pauschale Vergütungen von Planungsleistungen, die überwiegend deutlich unter den Sätzen der HOAI liegen, werden weder der Marktsituation noch der Komplexität von Planungsaufgaben gerecht. Eine angemessene Honorierung für qualitätsvolle Planungsleistungen ermöglicht es zudem, Mitarbeitende in Planungsbüros marktgerecht zu entlohnen und sind damit ein entscheidender Faktor für die Fachkräftesicherung in den Planungsunternehmen.“
Hier den VBI-Branchenreport 2023 kostenfrei downloaden
Die BIM-Tage Deutschland erstrecken sich in diesem Jahr mit vollem Programm vom 9.-12. Oktober über vier Tage und werden als Online- und Hybridveranstaltung im AXICA am Brandenburger Tor und auf der INTERGEO in Berlin durchgeführt. Der VBI bietet seinen Mitgliedern die digitale Teilnahme an dem Event kostenfrei an. Bis zu 70 Codes, die zur Einwahl berechtigen, stehen für VBI-Mitglieder zur Verfügung. Der Code ermöglicht es, sich von überall nach persönlicher Präferenz in das laufende Programm einzuschalten.
Durch die Kooperation mit der Intergeo umfasst das Programm der BIM-Tage neben dem Hochbau auch Infrastrukturthemen, wie Energieversorgung, Straße und Schiene. Auf der Veranstaltungsseite finden Sie das vorläufige Programm, das ständig aktualisiert und erweitert wird.
In diesem Jahr trifft digitales auf nachhaltiges Bauen:
„Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der digitalen Bau- und Gebäudetechnologie und erfahren Sie aus erster Hand, wie Innovationen und Nachhaltigkeit die Branche vorantreiben. Auf zwölf Stages präsentieren führende Experten des digitalen Bauwesens ihr Fachwissen und diskutieren aktuelle Herausforderungen und Lösungen.“
Planende, die BIM normativ, strategisch und operativ verwenden, sollten sich die Tage vormerken und kostenlosen VBI-Zugangscode reservieren. Die Anfragen werden nach Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.
Die am 15. März 2023 im Kabinett beschlossene Nationale Wasserstrategie bündelt erstmals wasserbezogene Maßnahmen in allen relevanten Sektoren: Landwirtschaft und Naturschutz, Verwaltung und Verkehr, Stadtentwicklung und Industrie. Dafür hat das federführende Bundesumweltministerium BMUV erstmals alle Akteure miteinbezogen: Bund, Länder und Kommunen, die Wasserwirtschaft und alle wassernutzenden Wirtschaftsbereiche. Mit dem am 13. Juli im Kabinett beschlossenen Klimaanpassungsgesetz geht der Bund einen weiteren Schritt in Richtung einer klimaresilienten Wasserwirtschaft.
Der VBI begrüßt die Nationale Wasserstrategie mit den darin benannten zehn strategischen Handlungsfeldern. Bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels in Bezug auf die lebenswichtige Ressource Wasser bietet der VBI die kompetente Hilfe aus den Planungsunternehmen an, denn die schrittweise bis 2050 geplante Umsetzung der 78 Maßnahmen des Aktionsprogramms braucht eine konzertierte Anstrengung aller Akteure. Das technische Know-how für die Umsetzung liegt bei den Ingenieurunternehmen. Erforderlich sind allerdings auch entsprechend angepasste gesetzliche wie planerische Regeln und Rahmenbedingungen.
Nationale Wasserstrategie wie das Klimaanpassungsgesetz zielen auf die Klimaresilienz von Wasserinfrastruktur und wassersensiblen Städten und Gemeinden. Ingenieurunternehmen in Deutschland verfügen über die entscheidenden Schlüsselkompetenzen in den Zielfeldern. Es geht um die Phänomene von „zu viel“ und „zu wenig“ Wasser, die bei Starkregen oder Dürre infolge der globalen Erwärmung auch in Deutschland immer häufiger auftreten. Hierfür müssen die Infrastrukturen in Bund, Ländern und Kommunen grundlegend angepasst werden. Dazu zählen auch eine angepasste Grundwasserbewirtschaftung und ein naturnaher Wasserhaushalt, ebenso wie qualitative Aspekte des Wasserkreislaufs und die Wiederherstellung ökologischer Funktionen. All dies sind Themenfelder, in denen die Kompetenz von Ingenieurinnen und Ingenieuren unerlässlich sind.
Jetzt wird es darauf ankommen, die avisierten Ziele schnell anzugehen und die bereitgestellten Fördermittel ohne bürokratische Verzögerungen in Projekte zu verwandeln. Hierbei ist maßgeblich die öffentliche Hand als Auftraggeber gefragt. Nur so kann eine Umsetzung bis ins Jahr 2050 erreicht werden, wie es die Nationale Wasserstrategie vorsieht.
Der Verband Beratender Ingenieure und der VBI-Ausschuss Wasserwirtschaft stehen dem Bundesumweltministerium dafür als kompetente Gesprächspartner zur Verfügung.

