VBI-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn: Lage der Ingenieurbüros weiterhin heterogen
Die konjunkturelle Lage der Planungsbranche ist zum Jahresbeginn 2026 sehr uneinheitlich. Während 23 Prozent mit einem steigenden Auftragsbestand und 21 Prozent mit einem steigenden Umsatz rechnen, fürchten 31 Prozent einen Rückgang der Aufträge und 24 Prozent weniger Umsatz. 15 Prozent haben gar Sorge, dass ihr Büro in wirtschaftliche Schieflage geraten könnte. Die Probleme sind mit 21 Prozent bei den kleinen Büros mit weniger als zehn Mitarbeitern stärker ausgeprägt als bei den Größeren mit 12 Prozent. Die Zahlen setzen den Trend der IW-Branchenumfrage vom Sommer 2025 fort. Auch hier hatte sich das Bild gegenüber den Vorjahren leicht aufgehellt.
Als Störfaktoren nennen die rund 230 teilnehmenden Ingenieurbüros gestörte Projektverläufe, Ingenieurmangel und den zunehmenden Wettbewerb. Viele Büros klagen über zurückgestellte Aufträge. Im öffentlichen Bereich wurden bei 47 Prozent der Büros einzelne oder viele Aufträge zurückgestellt, bei privaten Aufraggebern waren es 46 Prozent der Büros. 28 Prozent der teilnehmenden Unternehmen rechnen 2026 mit einem steigenden Personalbestand.
Dazu erklärt VBI-Hauptgeschäftsführer Sascha Steuer: „Die Lage der Branche ist weiter sehr uneinheitlich. Insbesondere der Stopp öffentlicher Projekte durch den Haushaltsstreit im letzten Jahr und nun durch Verschiebungen bereits geplanter Projekte in das Sondervermögen führt zu Verunsicherung. Der gleichzeitige Stopp des HOAI-Novellierungsprozesses durch die neue Bundesregierung macht die Branche weniger attraktiv für den Nachwuchs. Beide Entwicklungen führen dazu, dass notwendige Kapazitäten nicht aufgebaut werden können. Wir brauchen nun endlich Verlässlichkeit bei den öffentlichen Aufträgen und eine Fortsetzung des HOAI-Novellierungsprozesses.”



