Hightech Agenda wird nur mit starker Planungskompetenz Wirklichkeit
Heute wurden die Fahrpläne in einem Livestream weiter vertieft. Der Verband Beratender Ingenieure VBI begrüßt, dass die Bundesregierung technologische Souveränität, Wertschöpfung und Innovationsfähigkeit mit konkreten Meilensteinen unterlegt. Entscheidend wird nun sein, die ambitionierten Ziele in genehmigungsfähige, planbare und baubare Projekte zu übersetzen.
Hightech Agenda ist ein Umsetzungsauftrag
Die Hightech Agenda setzt auf Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik, Biotechnologie, Quantentechnologien, Fusion und Batterietechnologie. Damit rückt die Bundesregierung Themen in den Mittelpunkt, die für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Standorts Deutschland zentral sind. Der Roadmap-Ansatz ist ein wichtiges Signal: Forschungspolitik wird dort wirksam, wo aus Ideen industrielle Anwendungen, Produktionskapazitäten und belastbare Infrastrukturen entstehen.
Ohne Planung keine technologische Souveränität
Gerade hier kommt der Planungsbranche eine Schlüsselrolle zu. Große industriepolitische Vorhaben – Chip-Fabriken, Batteriegigafactories, Forschungsinfrastrukturen oder perspektivisch ein erstes deutsches Fusionskraftwerk – entstehen nicht allein durch Forschungsprogramme. Sie brauchen von Beginn an unabhängige Ingenieurkompetenz: bei Machbarkeit, Standort- und Infrastrukturplanung, Genehmigung, Vergabe, Schnittstellenmanagement, Kosten- und Risikosteuerung sowie in der Umsetzung komplexer technischer Anlagen.
„Technologische Souveränität entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern am Ende in der Umsetzung. Wer Chip-Fabriken, Batteriegigafactories oder ein erstes deutsches Fusionskraftwerk bauen will, muss unabhängige Ingenieurkompetenz von Beginn an systematisch einbinden – in Entwicklung, Genehmigung und Realisierung. Beratende Ingenieurinnen und Ingenieure können dazu beitragen, die Vorhaben der Hightech Agenda frühzeitig auf Machbarkeit, Genehmigungsfähigkeit, Kosten, Risiken und Umsetzungswege zu prüfen – damit aus politischen Zielmarken belastbare Projekte werden“, sagt Sascha Steuer, VBI-Hauptgeschäftsführer.
Forschungsinfrastruktur ist mehr als Beton
Zugleich unterstreicht der VBI den Hinweis aus der heutigen Vorstellung der Roadmaps: Forschungsinfrastrukturen sind nicht „nur Beton“. Sie sind hochkomplexe Technologie-, Daten-, Energie-, Sicherheits- und Betriebsumgebungen. Damit sie funktionieren, müssen Gebäude, Anlagen, Versorgungssysteme, IT, Genehmigungsanforderungen und spätere Nutzung von Anfang an zusammengedacht werden. Für die Technologien der Hightech Agenda braucht Deutschland nicht nur exzellente Forschung, sondern auch exzellente Planung.
Mut muss mit Verlässlichkeit unterlegt werden
Auch der aktuelle Handelsblatt-Kommentar zur Hightech Agenda macht deutlich: Die Roadmaps machen Mut, werfen aber zugleich Fragen nach klaren Strukturen, Finanzierung und wirksamer Steuerung auf. Aus Sicht des VBI ist genau das der Punkt. Die Agenda wird nur erfolgreich sein, wenn sie mit verbindlichen Projektstrukturen, fairen Vergaben, ausreichenden Planungskapazitäten und realistischen Zeitplänen hinterlegt wird.
Planungsbranche als strategischer Partner
Der VBI spricht sich dafür aus, die Planungs- und Ingenieurwirtschaft frühzeitig in die Umsetzung der Hightech Agenda einzubinden – etwa bei Standortfragen, Genehmigungsprozessen, Ausschreibungsmodellen, Infrastrukturbedarfen sowie der realistischen Zeit- und Kostenplanung. Denn technologische Souveränität entsteht nicht allein durch Forschung und Förderung, sondern durch Projekte, die genehmigt, finanziert, geplant und gebaut werden können.



