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Neuer Infraplan soll die Bahn besser steuern – jetzt kommt es auf die Umsetzung an

08. Oktober 2026 | Mit dem Infraplan 2026 will die Bundesregierung die Entwicklung der Schieneninfrastruktur stärker als bisher steuern. Künftig soll jährlich sichtbar werden, welche Maßnahmen umgesetzt oder vorbereitet werden.

Dabei werden Sanierung und Erhalt des bestehenden Netzes, Digitalisierung sowie Neu und Ausbau stärker gemeinsam betrachtet. Hinzu kommen konkrete Ziele und Kennzahlen, anhand derer Fortschritte nachvollzogen werden können. Perspektivisch soll der Infraplan zudem enger mit den langfristigen Zielen für das Schienennetz und einer mehrjährigen Finanzierung verbunden werden. Der Infraplan 2026 ist dabei noch ein Zwischenschritt. Wesentliche Elemente des Gesamtsystems sollen erst in den kommenden Fortschreibungen vollständig greifen.

“Der Infraplan darf nicht nur eine öffentlichkeitswirksame PR-Aktion sein.”

Dazu erklärt VBI-Hauptgeschäftsführer Sascha Steuer: “Der neue Infraplan 2026 sorgt für mehr Transparenz über die geplanten Maßnahmen in der Schieneninfrastruktur und entwickelt das bestehende Instrument weiter. Das ist begrüßenswert. Der Plan darf allerdings nicht nur eine öffentlichkeitswirksamen PR-Aktion sein. Für die Ingenieurunternehmen ist vor allem entscheidend, dass daraus langfristige Planbarkeit und echte Verlässlichkeit entstehen. Unsere Unternehmen investieren in Fachkräfte, Know-how, Digitalisierung und zusätzliche Planungskapazitäten. Das gelingt nur, wenn sie darauf vertrauen können, dass angekündigte Projekte tatsächlich geplant, finanziert und umgesetzt werden. Infrastruktur braucht deshalb eine Finanzierungsperspektive, die nicht jedes Jahr aufs Neue von Haushaltsentscheidungen und wechselnden politischen Mehrheiten abhängt.”

Gleichzeitig gilt: Pläne und Strategien allein bauen noch keine Infrastruktur. In der konkreten Umsetzung müssen wir besser werden. Noch immer gehen zu viel Zeit und Geld durch ineffiziente Strukturen, komplizierte Abstimmungen, unklare Verantwortlichkeiten und verbesserungsfähige Kommunikation verloren. Es muss von Beginn an klar und unmissverständlich sein, was, wie und wann geplant und umgesetzt werden soll. Diese Klarheit muss sich auch in Ausschreibungen und in der gesamten Projektabwicklung widerspiegeln.

Projektabläufe optimieren, um insgesamt Beschleunigung und Effizienz zu erreichen

Positive Beispiele zeigen, dass es deutlich schneller gehen kann. Wenn Projektabläufe stringent organisiert sind, Verantwortlichkeiten klar geregelt werden und notwendige Entscheidungen konsequent und rechtzeitig getroffen werden, lassen sich Projekte wesentlich effizienter voranbringen. Diese Erfahrungen müssen wir stärker in die Breite tragen.

Das gilt auch für die Generalsanierungen. Wenn Strecken über längere Zeit vollständig gesperrt werden, muss diese Zeit konsequent genutzt werden. Notwendige Maßnahmen sollten gebündelt, die Infrastruktur umfassend erneuert und moderne Technik eingebaut werden. Nach einer Generalsanierung muss eine Strecke für viele Jahre leistungsfähig und auf einem hohen technischen Stand sein.

Der Infraplan kann hierfür einen wichtigen Rahmen setzen. Entscheidend ist am Ende aber nicht, was auf dem Papier steht, sondern was auf der Schiene ankommt: langfristige Verbindlichkeit, verlässliche Finanzierung und bessere Projektabläufe für eine leistungsfähige Infrastruktur.